Schau mal: Wolken! / Achtsamkeit – Leben im Hier und Jetzt

Hallo meine Lieben!

Dieser Beitrag hat ausnahmsweise mal nichts mit Rezepten zu tun. Vielmehr ist es ein Austausch von Gedanken. Von Achtsamkeit zueinander und zu sich selbst. Ich merke in letzter Zeit, wie mir mein Leben ein bisschen aus den Händen rinnt. Ich bin zu viel unterwegs, habe keine Zeit mehr ein Buch zu lesen oder Dinge zu tun, die mir Spaß machen.  Ich treffe mich täglich mit Freunden, was zwar wundervoll ist, weil sie mir gut tun, doch ich denke ich tue das um mich abzulenken. So bin ich die letzten Monate herumgeirrt, bis ich einen tollen Artikel über Achtsamkeit gelesen habe, der mich sehr begeistert hat und mir gezeigt hat, wie man bewusster mit sich selbst, seinen Ängsten und den daraus resultierenden Handlungen, aber auch bewusster mit seinen Mitmenschen umgehen kann. Dabei geht es nicht darum, soviel wie möglich zu schaffen, Produktiver zu werden, sondern viel mehr darum, wie man es schafft, sein Leben mit den richtigen Dingen zu füllen. Und richtig ist immer dann etwas, wenn es uns glücklich macht 🙂 Also hat dieser Beitrag doch irgendwie etwas mit Selbstgemachtem zu tun 🙂 Selbstgemachte Achtsamkeit!

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Gefühle bewusster wahrnehmen

Seit einiger Zeit habe ich Probleme mit dem Einschlafen. Zukunftsdruck, bzw. die Frage nach dem „Was wird aus mir?“ versetzen mich sehr in Stress und ich bin gerne mal die Art Mensch, die sich stets versucht vom wichtigen abzulenken. Die letzten zwei Jahre nach meinem Abitur, bin ich viel gereist, habe angefangen zu nähen, eine neue Sprache gelernt. Ich hatte endlich mal richtig Zeit für meine Freunde, Samstags auf Flomärkte zu gehen und jeden Abend in einer anderen lauschigen Kneipe in der Altstadt oder einem schicken Szenecafé zu sitzen und doch hatte ich immer das Gefühl ich kann es nicht richtig genießen.

Und jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, wo das Studium ruft. Ich will was aus meinem Leben machen. Erfolgreich werden in dem was ich tue. und am Wichtigsten: Endlich anfangen! Ich muss endlich anfangen mich um mein Leben zu kümmern und darf nicht auf der Stelle stehen bleiben! Aber stimmt das wirklich? Darf man nicht auch einfach mal auf der Stelle stehen, durchatmen, sich einen Moment umgucken und überlegen was man wirklich will? Ich finde schon. Oft brauchen Ideen einfach noch Zeit zum Reifen. Nicht alles muss sofort und so schnell, wie möglich geschehen, auch wenn es bei mir 2 Jahre gedauert hat, bis ich wirklich wusste was ich möchte. Grundschullehrerin sein. Mit Kindern arbeiten. Ich freue mich sehr darauf, vor allem auch auf das, was mich im Studium erwarten wird. Ich bin bereit.

Doch auch, wenn ein Teil meines Geistes bereit ist, neue Wege zu gehen und sich darauf freut, fürchtet sich der andere Teil und macht sich bemerkbar. Angst, dieses dumpfe, ziehende Gefühl im Bauch (zumindest bei mir), dieses Gefühl alles wegschieben zu wollen, den Kopf in den Sand stecken zu wollen. 

Ich habe gelernt mit dieser Angst umzugehen, indem ich mich ablenke, nur noch unterwegs bin, um bloß nicht mit mir allein zu sein. Ich bin so spät aufgestanden, dass ich nur noch das gerade nötigste tun konnte, bin Mittags in den kleinen Laden gefahren, indem ich als Aushilfe arbeite, nur um Abends mit meinen besten Freundin in unserer Stammkneipe zu sitzen. Bis ich gemerkt habe, dass etwas zu verdrängen, nicht bedeutet damit umzugehen. Denn die Angst war immer noch da. Und sie wurde immer größer, je mehr ich das Gefühl bekam, dass alle meine Freunde, ein erfüllteres, besseres Leben hatten, ihr Leben mehr genießen konnten und dadurch scheinbar mehr erreichten.

Im Hier und Jetzt

Dabei geht es schlussendlich gar nicht um das „mehr erreichen“. Vielmehr Hat mich viel Tiefer und unterbewusster, die Tatsache gestört, dass ich durch das wegschieben und verdrängen nicht nur die unschönen Dinge vermeide, sondern auch das einfache mit mir allein sein. Schöne Dinge mit sich selbst erleben und bewusst wahrnehmen, wie zum Beispiel ein Buch zu lesen, zu häkeln, zu backen oder einfach im Garten zu sitzen und die Natur zu bewundern. 

Wenn man so lebt und denkt wie ich es getan habe, lebt man immer in der Zukunft. Man ist ständig damit beschäftigt etwas zu planen, etwas vor sich herzuschieben. Ein entspanntes Leben im Hier und Jetzt ist fast unmöglich. Selbst beim Backen habe ich nur daran gedacht, was als nächstes getan werden muss, damit ich bloß nicht zu lang mit mir allein bin.

Im Buddhismus nennt man diese Verhaltensweise, Verhaftet sein in der Zukunft. Ständig wird der nächste Moment geplant, immer in der Hoffnung, dass von da an alles besser wird. Und währenddessen verpassen wir, zu leben. Wir versäumen den Augenblick, in dem wir uns in diesem Moment befinden. 

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Meditieren im Alltag

Achtsamkeit hilft dabei die Lebensqualität zu steigern indem wir bewusster leben. Bewusster wahrnehmen.

Der erste Schritt: Sich jeden Tag einen Moment Zeit nehmen um sich einfach nur auf das Sein zu konzentrieren. Die Gedanken, die fließend kommen und gehen, den Körper und die Gefühle einen kurzen Augenblick bewusst wahrzunehmen.  Für diesen Achtsamkeitsmoment muss man sich nur kurz hinsetzen. Auf einen Stuhl, ein großes Kissen, aufs Bett. Aber auch bei unseres alltäglichen Aufgaben lässt sich Achtsamkeit einbringen. Wenn wir Zähne putzen, Mit dem Hund rausgehen oder duschen. Wie fühlen sich die Wassertropfen auf der Haut an, oder der leichte Windhauch? Wie riecht Luft? Welche Geräusche machen die Steinchen unter meinem Schuh? All diesen Dingen sollten wir für einen Moment unsere volle Aufmerksamkeit schenken, indem wir beschließen: Dies erlebe ich ganz bewusst.  Und allmählich verändert sich der Blick auf die Welt.

Es ist alsob man sich erlaubt inne zu halten und nicht immer etwas zu tun. Dieser Moment hat nichts mit der Zukunft zu tun. Er muss nicht für etwas besseres in der Zukunft geopfert werden. Er ist einfach im Hier und Jetzt. Die Kraft der Achtsamkeit ist das Gefühl der Befreiung, wenn wir begreifen, dass wir bei unserer Suche nach dem Glück, nicht erst noch unsere To-Do Liste abarbeiten müssen. Achtsamkeit lässt uns erkennen, dass die Dinge einfach da sind. Ganz ohne Anstrengung und das wir das Glück bereits in den Händen halten. Es ist einfach: aufmerksamer sein, empfindsamer durchs Leben gehen und dadurch mehr spüren und genießen, uns mehr um uns selbst kümmern und dadurch weniger gestresst durchs Leben hetzen:)

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Nur der Augenblick gilt

Mein Achtsamkeitstraining hat mir die Angst vor der Zukunft genommen. Ich weiß jetzt, was für ein schönes Leben ich habe, wie gut mir die Menschen um mich herum tun und das mir nichts dieses schöne Leben nehmen wird. Ich werde es immer noch haben, wenn mein Studium beginnt und ich vielleicht in einer andere Stadt ziehen muss, oder wenn ich vielleicht nicht auf Anhieb das studieren kann, was ich möchte. Denn ich habe die Freiheit alles zu tun, was ich möchte und diese Momente voll auszukosten, zu genießen. Ich habe gelernt mit mir allein zu sein und mich damit wohlzufühlen. Ich treffe mich nicht mehr täglich mit meinen Freunden, doch wenn wir uns sehen nehme ich diese Zeit, unser Lachen, unser Gequatsche bewusst war. 🙂

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Lasst mir wie immer gerne einen Kommentar da, wie euch dieser Beitrag gefallen hat, auch wenn dieser hier etwas aus der Reihe tanzt:) Ich freue mich über jedes Feedback!

Eure Alina 🙂

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13 Gedanken zu “Schau mal: Wolken! / Achtsamkeit – Leben im Hier und Jetzt

  1. Schöner & tiefsinniger Post 🙂
    ich habe momentan selber zu wenig Zeit für mich selbst durch zu viel Lernstress. Hatte mir vor nem Monat ein Buch gekauft, was ich immer noch nicht angefasst habe. Echt schade drum :/

  2. Super schöner Beitrag. Hat Spaß gemacht ihn zu lesen und finde auch du hast die Thematk schon zusammengefasst. Habe mich auch in letzter Zeit viel mit dem Thema auseinandergesetzt und bin zu ähnlichen positiven Ergebnissen gelangt 🙂

    Liebe Grüße,
    Kiamisu

  3. Ich habe mich letztens erst mit dem Thema beschäftigt und finde du hast das sehr schön geschrieben 🙂
    gefällt mir echt gut 🙂
    liebe Grüße ♥

  4. Ein sehr toller und besonderer Eintrag, ich glaube so etwas in der Art habe ich noch nie gelesen. Finde es aber grade in der heutigen Zeit wichtig, sich mit sowas zu beschäftigen wo heute doch immer alles schnell und am besten sofort geschehen muss 🙂
    Liebst,
    Farina

  5. Achtsamkeit! Das Wort habe ich schon so oft gehört, aber erst eben durch deine schöne Zusammenfassung begriffen. Genau das brauche ich wohl auch gerade. Vielen Dank für diesen tollen Beitrag!!!

  6. Ein wirklich schöner Beitrag! Ich selber weiss leider auch noch nicht was ich im Leben genau machen möchte aber mache mich da deswegen auch nicht bekloppt weil man das Leben so geniessen soll wie es ist! 🙂

  7. Ein wirklich schöner Artikel, du hast Achtsamkeit wirklich wundervoll auf den Punkt gebracht, die darf man nicht verlieren.
    Liebst, Mona

  8. Das geht wohl sehr vielen so und da plumpst nicht nur ein Stein vom Herzen bei diesem Beitrag, sondern man plumpst auch direkt und achtsam in den jetzigen Moment.
    Und JETZT ist doch eigentlich alles gut 🙂 und immer wieder jetzt ist vermutlich auch alles gut … und wenn mal nicht, nimmt man es eben einfach achtsam wahr bis zum nächsten guten JETZT. Ein wirklich guter Artikel, Respekt!:)

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